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Resolution des Kuratoriums

MPI FÜR ENTWICKLUNGSBIOLOIGE UND MPI FÜR BIOLOGISCHE KYBERNETIK

Das Kuratorium der Tübinger Max-Planck-Institute hat sich auf seiner jüngsten Sitzung sehr intensiv mit der Berichterstattung und den damit einhergehenden Vorwürfen gegen Forscher des Max Planck-Instituts für biologische Kybernetik beschäftigt. Das Kuratorium, dem Vertreter unterschiedlichster gesellschaftlicher Einrichtungen angehören, versteht sich als Vermittlungsinstanz zwischen den Max Planck-Instituten und der interessierten Öffentlichkeit.

Das Kuratorium setzt sich dafür ein, dass Tierversuche in der Wissenschaft nur dann vorgenommen werden, wenn die Forschung sinnvoll ist, wenn es keine Alternativen zu Tierversuchen gibt und die Tierhaltung und Versuchsanordnung höchsten Ansprüchen genügt. Die bisherige Prüfung eines externen Experten hat gezeigt, dass dies beim Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik der Fall ist. Das Kuratorium hat sich bei einem Rundgang durch die Tiergehege und Labors  informiert. Es begrüßt die Anstrengungen des Max Planck-Instituts, die Lebensbedingungen der Versuchstiere weiter zu verbessern. Das Kuratorium erwartet nun das Ergebnis der Prüfung der Einhaltung der tierschutzrechtlichen Vorschriften durch das Regierungspräsidium. 
Das Kuratorium ist entsetzt über die Art, wie Forscher und Mitarbeiter aller auf dem Campus Tübingen befindlichen Institute in der Öffentlichkeit angegriffen wurden und wie sie (und ihre Angehörigen) persönlich bedroht und diffamiert werden. Die Erkenntnisse, die am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik über die Signalverarbeitung im Gehirn gewonnen werden, sind die Voraussetzung dafür, dass schwerwiegende Erkrankungen des Gehirns eines Tages erfolgreich behandelt werden können. Es wäre bedauerlich, wenn diese für die gesamte Gesellschaft wichtige Forschung eingestellt werden würde, obwohl sie im Einklang mit den geltenden rechtlichen Vorgaben durchgeführt wird.

Das Kuratorium fordert alle Beteiligten in dieser wichtigen gesellschaftlichen Debatte dazu auf, die Diskussion über Tierversuche sachlich, offen, und ohne persönliche Verunglimpfungen zu führen. 

Das gemeinsame Kuratorium der Institute für biologische Kybernetik und Entwicklungsbiologie am Standort Tübingen
Tübingen, den 02.10.2014





Kuratorium

Das Kuratorium des Max-Planck-Campus hat eine beratende und fördernde Funktion und ist mit hochrangigen Vertretern der Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien besetzt. Seine Mitglieder werden vom Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft auf Vorschlag der Institute berufen. Das Kuratorium fördert die Beziehungen zwischen der Grundlagenforschung und verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen sowie das Interesse der Öffentlichkeit an Forschungsthemen und -ergebnissen.

Mitglieder

Christian O. Erbe (Vorsitzender des Kuratoriums) 
Geschäftsführer
ERBE Elektromedizin GmbH 
 
Andreas Kurtz (stellv. Vorsitzender des Kuratoriums)
Geschäftsführer PANDA GmbH

Daniel Lede Abal
Mitglied des Landtags von Landes Baden-Württemberg

Prof. Dr. Ingo Autenrieth 
Dekan der medizinischen Fakultät der Universität Tübingen
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene

Bernhard Bruscha 
TL-Investment GmbH

Prof. Dr. Bernd Engler 
Rektor der Universität Tübingen 

Dr. Christoph Gögler
Vorsitzender des Vorstands
Kreissparkasse Tübingen

Univ.-Prof. Dr. Rainer Hahn 
Geschäftsführer
Cumdente GmbH
Ulrich Janßen 
Leiter Öffentlichkeitsarbeit/Marketing
Schwäbisches Tagblatt GmbH 
 
Klaus Meder
Vorsitzender des Bereichsvorstands
Automotive Electronics (AE/P), Robert Bosch GmbH

Boris Palmer

Oberbürgermeister der
Universitätsstadt Tübingen

Eberhard Reiff
Vorsitzender der REIFF-Geschäftsleitung
REIFF-Gruppe

Dr. Arnd-Diether Rösch
Geschäftsführer
Gerhard Rösch GmbH

Prof. Dr. Wolfgang Rosenstiel 
Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen
Fakultät der Universität Tübingen

Dr. Simone Schwanitz
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
des Landes Baden-Württemberg

Andreas Sentker

Ressortleiter "Wissen" 
DIE ZEIT

Nachruf Dr. Klaus Tschira

Mit tiefer Trauer nehmen die Max-Planck-Institute für biologische Kybernetik und für Entwicklungsbiologie sowie das Friedrich-Miescher-Laboratorium zur Kenntnis, dass Herr Dr. h.c. Klaus Tschira bereits Ende März 2015 von uns gegangen ist.

Nachfolgend finden Sie eine Stellungnahme des Kuratoriums dieser Institute:

Mit großem Bedauern haben die Mitglieder des gemeinsamen Kuratoriums der Max-Planck-Institute für biologische Kybernetik, der Entwicklungsbiologie sowie des Friedrich-Miescher-Laboratoriums vom plötzlichen Tod von Herrn Dr. h.c. Klaus Tschira erfahren. Herr Dr. Tschira gehörte dem Kuratorium seit dem Jahr 2001 an. In dieser Zeit brachte er sich aktiv und engagiert in die Kuratoriumsarbeit ein und leistete in der Verbindung der Institute mit deren gesellschaftlichem Umfeld und der Öffentlichkeit einen wichtigen Beitrag.
Herr Dr. Tschira brachte seine profunde Kenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge aus seiner erfolgreichen unternehmerischen Tätigkeit als Mitbegründer der SAP AG in Walldorf in die Kuratoriumsarbeit ein. Weiterhin waren seine Erfahrung in der Gründung und Leitung seiner Stiftungen, des Heidelberger Instituts für Theoretische Studien sowie seiner gemeinnützigen Tätigkeit in der Förderung von Forschung und Lehre für das Kuratorium von großem Wert.
Das Kuratorium wird Herrn Dr. Tschira in dankbarer und ehrender Erinnerung behalten.
Das tiefe Mitgefühl aller Kuratoren gilt der Familie des Verstorbenen.
Christian O. Erbe
Vorsitzender