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Neurobiologie des marinen Zooplanktons

Banner - Neurobiologie von marinem Zooplankton
 
Max-Planck-Forschungsgruppenleiter:
Gáspár Jékely
Sekretärin: 
Birgit Moldovan
Telefon:
07071 601-1309
Fax:
07071 601-1308
Mitarbeiter:
Alphabetische Liste

Einleitung

Nervensysteme entwickelten sich mit der Entstehung des tierischen Lebens in unseren Ozeanen vor mehr als 500 Millionen Jahren. Die ersten einfachen neuronalen Schaltkreise diversifizierten sich während der "Kambrischen Explosion", einem der spektakulärsten Ereignisse der Erdgeschichte. Über die frühen Entwicklungsstufen neuronaler Schaltkreise ist jedoch sehr wenig bekannt. Einfache marine Planktonorganismen, insbesondere Larven verschiedener Evertebraten, die sich mittels „Wimpernhärchen“ (Zilien) fortbewegen, liefern uns Einblicke in die Funktion neuronaler Schaltkreise und zeigen uns, wie sich diese im Laufe der Evolution entwickelt haben könnten. Wir untersuchen das Nervensystem dieser zilierten Winzlinge mit einem interdisziplinären Forschungsansatz, indem wir Methoden aus Molekularbiologie, Neurobiologie, Verhaltensbiologie, mariner Ökologie und Evolutionsbiologie kombinieren. Zusätzlich zu unserem Modellorganismus, den Larven des marinen Borstenwurms Platynereis dumerilii, dienen uns einige verwandte Arten für vergleichende Studien. Ein Ziel unserer Forschung ist es, sowohl Anatomie als auch Funktion der neuronalen Schaltkreise zu verstehen, die dem Wanderungsverhalten zilierter Larven in den Weltmeeren zugrunde liegen.
In unserem Forschungsteam untersuchen wir dies auf unterschiedlichen Ebenen: Wir erforschen Moleküle (z. B. Eiweiße und Botenstoffe) und deren Funktion in bestimmten Nervenzellen, untersuchen, welche Rolle neuronale Schaltkreise in den unterschiedlichen Verhaltensweisen der Larven spielen, und wir versuchen, unsere Erkenntnisse in einen ökologischen Kontext zu setzen. Das große Ziel unserer Arbeit ist es, das Nervensystem dieser zilierten Larven in seiner Gesamtheit zu verstehen.

Publikationen